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Fünf Tipps für den perfekten Langweiler 1. Monologe halten. Reden Sie möglichst viel über sich selbst. Was Sie alles so machen, welche Erfolge Sie schon erzielt haben – am besten, Sie loben sich gleich auch noch ausgiebig dafür. Bevor Sie den schnarchigen Geschichten der anderen zuhören müssen (schlimmer noch: sich dafür wirklich interessieren!), prahlen Sie lieber mit Ihrem aufregenden Leben. Falls es das gar nicht ist: Erfinden Sie sich eben eins! 2. Traditionen bewahren. Warum Neues wagen, wenn sich das Alte bewährt hat? Routinen bewahren nicht nur vor unnötigen Risiken und Abenteuern, sie schenken uns auch ein starkes Sicherheitsgefühl. Am besten also, Sie beschenken damit auch andere – und entwickeln einen missionarischen Eifer, diese vor unkomfortablen Gedanken und Wagnissen zu bewahren. 3. Meinung behalten. Sobald Sie einmal den Durchblick haben, wie die Welt funktioniert, lassen Sie sich diesen bloß nicht wieder vernebeln. Sie wissen bescheid, das muss reichen. Fakten oder offenkundige Widersprüche sind nur Prüfungen der Wendehälse, die testen wollen, wie überzeugt Sie wirklich sind. Diskutieren Sie also nur zum Schein. Das Ergebnis muss freilich vorher schon feststehen: Sie haben Recht! 4. Literatur ignorieren. Bücher sind ein altes, starres Medium. Außerdem vernichten sie Wälder, kosten Geld, Zeit und die Auseinandersetzung mit anderer Leute Gedanken (siehe Punkt 1). Dasselbe gilt letztlich auch für Theater und Kinofilme. Die Glotze daheim bietet das alles auch, nur bequemer. 5. Austausch meiden. Überhaupt andere Menschen! Viel zu anstrengend. Erst recht, wenn man sie noch gar nicht kennt. Fremde ansprechen? Zu gefährlich! Bleiben Sie lieber bei Ihren langjährigen und gleichgesinnten Freunden, verabreden Sie sich ausschließlich daheim und meiden Sie Social Media (Teufelszeug!).